Übernatürliche Evangelisation
Schatzsuche
Du betest zwanzig Minuten und schreibst auf, was dir dabei einfällt. Ein Ort. Ein Name. Ein roter Schal, Knieschmerzen, ein Dackel. Dann gehst du in die Stadt und schaust, ob dir das begegnet.
Wenn ja, sprichst du die Person an und hältst ihr dein Telefon hin.
Warum wir das machen
Der Schatz ist ein Mensch
Jesus sagt zu Nathanael, dass er ihn unter dem Feigenbaum gesehen hat, bevor die beiden sich je begegnet sind. Nathanael ist danach ein anderer. Nicht wegen des Feigenbaums, sondern weil ihm jemand etwas aus seinem Leben nennt, das niemand wissen kann.
„Woher kennst du mich?“ fragte Nathanael. Jesus antwortete: „Ich sah dich schon unter dem Feigenbaum, bevor Philippus dich rief.“
Johannes 1,48
Am Brunnen in Samarien passiert dasselbe. Jesus erzählt einer Frau ihre Geschichte, und sie holt das halbe Dorf.
Das Detail, das keiner wissen kann, ist nicht die Botschaft. Es ist die offene Tür. Genau dafür ist die Schatzsuche da. Du bekommst nicht die Botschaft, du bekommst die Tür.
Schritt 1
Zwanzig Minuten, bevor du losgehst
Öffne in Phil den Bereich Schatz und leg eine neue Karte an. Dann werde still und frag Gott, wen er dir heute zeigen will.
Was kommt, tippst du ein. Drei Stichworte pro Feld reichen.
Schreib auch das auf, was dir albern vorkommt. Das ist die schwerste Regel und die wichtigste. Wer nur notiert, was er sich zutraut, hört mit der Zeit auf zu hören.
Kommt zu einem Feld nichts, lass es leer. Phil zählt nichts mit und drängelt nicht. Ein leeres Feld ist kein Fehler.
Fünf Felder stehen bereit:
Ein Ort
Bushaltestelle, Bäckerei, Rolltreppe
Ein Name
Andreas, Petra, Yusuf
Wie die Person aussieht
roter Schal, Zopf, Krücken
Wofür sie Gebet braucht
Knie links, Rücken, Streit in der Familie
Etwas Ungewöhnliches
ein Dackel, ein Luftballon, ein Regenschirm bei Sonne
Schritt 2
Losgehen
Tipp auf Losgehen. Phil legt alle Stichworte auf einen Bildschirm und hält ihn an, solange du unterwegs bist. Du entsperrst also nicht alle zwei Minuten.
Such dir einen deiner Orte aus und fahr hin. Unterwegs schaust du immer wieder drauf. Wer seine Karte nicht anschaut, findet nichts.
Sei großzügig beim Deuten. Postamt kann der Briefkasten sein, der Postbote oder ein Brief in einer fremden Hand. Ein Name kann für die Person stehen, die du ansprichst, oder für ihre Schwester.
Kommt unterwegs noch etwas dazu, tipp auf das Plus neben der Kategorie.
Schritt 3
Ansprechen
Du siehst jemanden, auf den ein Stichwort passt. Geh hin. Ein Treffer reicht, um hinzugehen. Du musst nicht warten, bis drei Dinge zusammenkommen.
Sag etwas in dieser Richtung: „Das klingt jetzt vielleicht komisch. Wir haben vorhin gebetet und aufgeschrieben, was uns dabei eingefallen ist. Und Sie stehen auf unserer Liste. Darf ich Ihnen das kurz zeigen?“
Dann tipp auf Karte zeigen und halt ihr das Telefon hin. Der Bildschirm zeigt nur die Stichworte, groß und ohne alles andere. Sie sieht keine Notizen, keine Namen von anderen Leuten, keine Reiter am unteren Rand.
Oft kommt in diesem Moment noch etwas dazu. „Moment, meine Tochter heißt auch Petra.“ Dann tipp auf Petra, während sie zusieht. Das Wort wird grün.
Danach frag nach ihr. Wie der Tag war, was sie hier macht. Kein Programm abspulen, sondern reden.
Schritt 4
Gebet anbieten
Steht ein Gebetsanliegen auf deiner Karte, frag danach. Sonst frag einfach, ob es gerade etwas gibt, wofür sie Gebet gebrauchen könnte.
Sagt sie ja, bete kurz und laut. Keine langen Sätze, keine fromme Sprache. Geht es um Schmerzen, frag hinterher, ob sich etwas verändert hat, und bitte sie, es auszuprobieren.
Sagt sie nein, ist das in Ordnung. Bleib freundlich, segne sie mit einem Satz und geh weiter. Ein Nein gehört dazu.
Schritt 5
Sag ihr, warum das gerade passiert ist
Diesen Schritt lassen die meisten aus. Jemand hat gerade erlebt, dass Gott ihn kennt. Wenn du jetzt gehst, bleibt ein schönes Erlebnis übrig und sonst nichts.
Sag ihr, dass das kein Zufall war, und dass es ein Stück von dem ist, wie Gott sich ihr Leben gedacht hat. Dann tipp auf 3 Kreise und dreh das Telefon quer. Das Schaubild baut sich auf, während du redest: Gottes Plan, der Bruch, das Evangelium.
Erst danach ist die Frage sinnvoll, ob sie ihr Leben Jesus geben will. Wer nicht verstanden hat, warum er Jesus braucht, sagt entweder aus Höflichkeit ja oder er weiß nicht, wozu.
Schritt 6
Halt fest, was war
Geh zwanzig Meter weiter und tipp auf Festhalten. Was du gezeigt hast und wann, hat Phil schon mitgeschrieben.
Den Rest tippst du ein: wie sie heißt, wofür ihr gebetet habt, was dabei passiert ist, wie sie auf das Evangelium reagiert hat. Eine Minute reicht.
Dann sicher es als Zeugnis. Dort trägst du die Telefonnummer ein und ein Wiedersehen. Ohne das ist die Begegnung in vier Wochen vorbei, egal wie stark sie war.
Die Karte bleibt gespeichert. In einem halben Jahr, wenn du dich fragst, ob das etwas bringt, liest du sie nochmal.
Ehrlich gesagt
Es wird Tage geben, an denen nichts passiert
Du läufst zwei Stunden durch die Stadt, und nichts von deiner Karte begegnet dir. Du fährst nach Hause, ohne jemanden angesprochen zu haben.
Das ist ein ehrliches Ergebnis. Wer dreißig Stichworte notiert, davon zehn Kleidungsfarben, trifft in jeder Fußgängerzone irgendetwas. Nur überzeugt das niemanden, dich selbst am wenigsten.
Deshalb wenige Stichworte, deshalb eine Karte auf einem Telefon. Und deshalb darf ein Nachmittag leer ausgehen.
Zähl deine Treffer nicht. Wer eine Quote im Kopf hat, schreibt beim nächsten Mal nur noch das auf, was wahrscheinlich klappt. Damit ist die Übung erledigt.
Was Leute fragen
Vier Sachen vorweg
Ich habe die prophetische Gabe nicht.
Dafür ist das Format gemacht. Du brauchst keine Vision. Du füllst fünf Felder und gehst hin.
Was, wenn ich mich blamiere?
Das wird vorkommen. Du sprichst jemanden an, es passt nicht, ihr redet zwei Minuten und geht auseinander. Kein Schaden. Die meisten Menschen reagieren freundlicher, als du erwartest.
Muss ich zu zweit gehen?
Nein, aber es ist leichter. Einer redet, einer betet. Nur führt einer die Karte, nicht jeder seine eigene. Sonst zählt ihr am Ende Treffer aus zwei Listen zusammen und findet immer irgendetwas.
Wie oft macht man das?
Fang mit einem Nachmittag an. Wenn es dir liegt, geh alle paar Wochen. Es ist kein Programm, das man durchzieht.
Woher das kommt
Nicht auf unserem Mist gewachsen
Die Methode geht auf Kevin Dedmon zurück, der sie in The Ultimate Treasure Hunt beschrieben hat. In seiner Fassung zieht eine Fünfergruppe los, jeder mit eigener Liste.
Wir machen es schlanker: eine Karte, wenige Stichworte, ein Telefon. Und wir haben einen Schritt ergänzt, der bei ihm fehlt, nämlich das Evangelium erklären, bevor die Frage nach der Entscheidung kommt.